Der Gustav-Adolf-Frauenkreis

Es ist viertel vor drei im Gemeindehaus. Eigentlich geht es erst um 15.00 Uhr los, aber die Plätze am Tisch sind schon fast alle besetzt und ein fröhliches Gespräch im Gang. So wie immer am Montagnachmittag, denn heute ist wieder Gustav-Adolf-Frauenkreis oder „Guschtävle“, wie die Teilnehmerinnen ihren Kreis liebevoll nennen. 

Es ist der mit Sicherheit älteste Kreis in unserer Gemeinde, und das nicht nur was das Durchschnittsalter der Teilnehmenden angeht. „Unseren Frauenkreis gab’s schon vor dem Krieg, und danach dann auch gleich wieder“, so wird mir erzählt. Und in der Tat: Schon Pfarrer Mammel hat diesen Kreis geleitet, nach ihm dann Pfarrer Vogel und das Ehepaar Völlm. Frau Häberlein war über viele Jahre hin aktiv als Leiterin und Kassiererin.
Pfarrer Schnürle übertrug die Leitung dann mehr und mehr an Ruth Kraft, die heute die „gute Seele“ des Kreises ist. Sie sorgt für das abwechslungsreiche Programm, fragt Referenten an und organisiert Ausflüge. Ihr Mann macht den Fahrdienst für die, die sonst vielleicht nicht mehr kommen könnten.
Begonnen wird mit Singen und einer Andacht und dann folgen die unterschiedlichsten Beiträge: Bibelarbeit, Diavorträge, Biographien, Basteln. Früher stand das Basteln, Stricken und Häkeln weit mehr im Vordergrund. Und damit erklärt sich auch der für manche Jüngeren etwas rätselhafte Namen des Frauenkreises. Denn ursprünglich hatte der Gustav-Adolf-Frauenkreis vor allem die Aufgabe, die gemeinsam hergestellten Dinge bei einem Bazar zu verkaufen und die Einnahmen ans Gustav-Adolf-Werk weiter zu leiten. Das steht heute nicht mehr im Mittelpunkt, aber noch immer gehen die Spenden aus dem Kreis ans Gustav-Adolf-Werk.

Das Gustav-Adolf-Werk (GAW) ist das älteste evangelische Hilfswerk in Deutschland. Es wurde 1832 gegründet und nach dem Schwedenkönig Gustav Adolf benannt, der im dreißigjährigen Krieg den Protestanten in Deutschland zur Hilfe kam. Das GAW unterstützt seitdem evangelische Minderheitsgemeinden in vielen Ländern der Welt, heute vor allem in Süd- und Osteuropa sowie in Südamerika. Das GAW lebt nur von Spenden und genießt bei diesen evangelischen Gemeinden ein sehr hohes Ansehen, während es bei uns oft nur wenig bekannt ist.
In Untermünkheim ist es inzwischen halb fünf geworden, Zeit zum Aufbruch. Mit dem „Vater unser“ und „Auf Wiedersehen“ verabschieden sich alle – bis zum nächsten Mal.

  Pfr. Stefan Engelhart

 

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