Chronik Posaunenchor Enslingen 1955-2005

Wie in vielen Gemeinden unserer Landeskirche wurde auch in Enslingen in der Mitte der 50er Jahre der Wunsch nach einem Posaunenchor zu gründen groß. So war es Johannes Kiefer, er war von 1950 bis 1958 hier in unserer Gemeinde Pfarrer, der zusammen mit 14 jungen Burschen den Anstoß dazu gab. Unterstützt wurde das Vorhaben vom Bürgermeister Ernst Brazel. Er setzte sich dafür ein den Übungsraum im Untergeschoß des Rathauses zur Verfügung zu stellen. Von diesen ersten Bemühungen zeigt ein Brief, den Pfarrer Kiefer an den Landesposaunenwart am 4 März 1955 schrieb.

Der Bezirksposaunewart Fritz Schmidt aus Schwäbisch Hall , erklärte sich bereit auch nach Enslingen zu kommen. In einigen Gemeinden war er schon als Chorleiter tätig und hatte viel Erfahrung mit dem Aufbau eines Posaunenchores. Die jungen Leute mussten ja zuerst die Noten und dann die erforderlichen Griffe erlernen, dieses dauerte mehere Monate. Doch zum Posaunenspielen braucht man auch Instrumente und Notenmaterial, sowie Notenständer. Deshalb wandte sich Pfarrer Kiefer noch mals an den Landesposaunenwart Hermann Mühleisen.

Schon einen Monat später kam die Antwort aus Ludwigsburg.

Die Finanzierung der Instrumente war eine ganz schwierige Sache. Kein Bläser konnte am Anfang ein Instrument selbst Kaufen. Doch Pfarrer Kiefel und der Kirchengemeinderat bemühten sich um eine Lösung. Es wurden die Gemeindemitglieder um Spende gebeten. Der verbleibende Rest von 400.– DM, der von der Landeskirche offensichtlich nicht übernommen wurde, konnte am Ende von einem Mitglied der Kirchengemeinde zu einem zinslosen Darlehn erhalten werden. Auszug Brief an Kirchenbezirk. 

Nun konnte endlich mit den Instrumenten geprobt
Werden. Doch es war noch ein weiter Weg zum ersten Spielen im Gottesdienst. Jede Woche musste der Dirigent Fritz Schmidt mit dem Auto abgeholt und wieder zu zurück nach Hall gefahren werden, da er selbst nicht motorisiert war. Aber in dieser Zeit gab es noch nicht viele Autos in der Gemeinde, so musste diese gut vorbereitet und abgesprochen werden.  Die ersten Lieder, die im folgenden Jahr beim ersten Auftritt in einem Gottesdienst gespielt wurden waren:
Allein Gott in der Höh sei Ehr und Großer Gott wir loben dich
In der folgenden Zeit kamen immer wieder junge Burschen zum Chor dazu, so dass es schon bald 15 Bläser waren. Doch auch die ersten Abgänge waren zu verzeichnen, sei es durch lehre, Sport oder andere Aktivitäten. Schon im Jahre 1956 wurde mit dem Bus zum Landesposaunnentag nach Ulm gefahren. Viele junge Leute aus der Gemeinde waren dabei. Der Fahrpreis betrug damals schon 7.-DM. Auch die Auftritte des Chors wurden immer mehr, sei es beim Ständerchen für die älteren Gemeindemitglieder, beim Mittgestalten der Gottesdienste oder auf Beziksebene beim Proben zusammen mit anderen Chören.
Unvergessen sind die ersten Freizeiten on Kirchberg/Jagst, die von dem Landespoaunnenwart Herman Mühleisen geleitet werden.
  

Im Jahre 1958 verließ Pfarrer Joh. Kiefel die Gemeinde und Nachfolger Pfarrer Martin Baisch kam. Er ist sehr musikalisch und übernahm die Dirigentenrolle, zu erst aushilfsweise da Herr Schmidt aus zeitlichen Gründe nicht mehr kommen konnte.
Dieser junge Pfarrer war für die Jugendarbeit in Enslingen ein Glücksfall, so wuchs der Chor und die ihm gestellten Aufgaben, sei es bei Waldweihnacht, beim Blasen vom Turm an Silvester oder den Freizeiten in der Stockensägemühle in Ellwanger Berge.
Aber schon nach fünf Jahre musste Abschied von der Pfarrfamilie genommen werden. Das Ehepaar Baisch organisierte im Gemeindehaus in Ingelfingen für die Bläser und ihre Familien einen geselligen Abschiedsabend. Alle paar Jahre wurden Jungbläser ausgebildet und der Proberaum im Rathaus war oftmals recht eng. Der neue Pfarrer, Peter Becker zog mit seiner Familie ins Pfarrhaus ein. Mit ihm und der ganzen Gemeinde konnte im Saal der Krone das zehnjährige Jubiläum gefeiert werden. 
Auf Bezirksebene wurde Ebene der 60er Jahre der Bezirksposaunenwart Fritz Schmidt von Gottlob Kress aus Wolpertshausen abgelöst. An den gemeinsamen Posaunentagen wurde gerne teilgenommen, traf man sich an solchen besonderen Sonntagen ja mit Bläsern as dem ganzen Kirchenbezirk. Mit Pfarrer Hans Mayer, der seit 1969 der neue Gemeindepfarrer war, unternahm der Chor zweimal eine mehrtätige Fahrt in die Diasporagemeinde Mauerkirchen in Österreich. Im Kofferraum eines PKW wurde eine Glocke für die Kirche dort aus Württemberg mitgebracht. Nach einem Jahr Pfarrerloser Zeit kam 1973 Pfarrer Richard Haug nach Enslingen. Mit ihm musste Abschied genommen werden von Tiefbassbläser Christian Rottler der im März 1974 tödlich verunglückte. Tief betroffen geleiteten die Bläser ihren beliebten Kameraden zur letzten Ruhestätte. Seine ruhige und besonnene Art bleibt allen in Erinnerung. Um neue Instrumente anschaffen zu können oder die alten reparieren zu lassen, brauchte man Geld. So wurde eine Altpapiersammlung und Alteisensammlung in Schönenberg, Gaisdorf und Enslingen durchgeführt. Dies war ein voller Erfolg und viele Jahre stellten die Leute ihr Altpapier zum Sammeln bereit. 

Nach einem jahr Pfarrerloser Zeit kam 1973 Pfarrer Richard Haug nach Enslingen. Mit ihm musste Abschied genommen werden von Tiefbassbläser Christian Rottler der im März 1974 tödlich verunglückte. Tief betroffen geleiteten die Bläser ihren beliebten Kameraden zur letzten Ruhestätte. Seine ruhige und besonnene Art bleibt allen in Erinnerung.

 

Schon 20Jahre besteht der Posaunenchor in Enslingen.

Bei der Gründung noch undenkbar, waren nun bei der Jungbläsergruppe zwei Mädchen dabei. Beide kamen aus Gaisdorf:

Auch bei Volkswandertagen im Kochertal konnte Geld verdient werden. Dies wurde zum ersten Mal an einem 1. Mai organisiert. Mit einem Gottesdienst im Grünen auf dem Gänswasen begann der Tag. Die Gäste wurden mit Getränken und Essen versorgt und konnten nach Bezahlung eines Startgeldes den etwa 8km langen Rundkurs absolvieren. Bei einer solchen Veranstaltung war natürlich die Mithilfe der Ehefrauen und Angehörigen erforderlich, alljährlich mit einem Grillfest im Sommer. 

Um neue Instrumente anschaffen zu können oder die alten reparieren zu lassen, brauchte man Geld. So wurde eine Altpapiersammlung und Alteisensammlung in Schönenberg, Gaisdorf und Enslingen durchgeführt. Dies war ein voller Erfolg und viele Jahre stellten die Leute ihr Altpapier zum Sammeln bereit. 

In den nächsten Jahren stand wieder ein Pfarrerwechsle an. 1978 kam Pfarrer Dr. Edgar Thaidigsmann für fünf Jahre nach Enslingen. Doch Pfarrer Haug, der im Ruhestand in Steinbach wohnte bekam noch jedes Jahr bis zu seinem ein Geburtstagsständchen.
Es gab Gemeindefeiern, Adventsfeierstunden, Blasen auf dem Friedhof an Ostermontagen, Kirche im Grünen und für die Jungbläser Schulungswochenenden auf Bezirks- und Landesebene. Ein besonderes Fest für die ganze Gemeinde war das 100jährige Bestehen des Pfarrhauses am Ortsrand im Jahre 1983.
In einem Zelt auf dem Gänswasen traten alle Gruppen des Ortes auf. 

Durch eine größere Gruppe Jungbläser waren noch 2 Tenorhörner und 4 Trompeten nötig, die auch in dieser Zeit angeschafft wurden.
Das war eine große Summe und konnte aus der Chorkasse bezahlt werden.
Immer wieder wurden Freizeiten durchgeführt, so im Rattal bei Adelmansfelden, im Ferienheim des Sonnenhofes in Neuenkirchen, Blaubeuren in der Nähe des Blautopfes, im Feriendorf in Langenburg, bei den Christusträgerschwestern im Hergershof in Kleinhöchberg und in Brettheim. Meist waren die Familienangehörigen dabei und das Wochenende wurde zum intensiven Proben aber auch zum geselligen Beisammensein genutzt.
Das 30 jährige Jubiläum wurde unter der Leitung von Friedrich Gamm im November 1985 gefeiert. Paul Bräuchle war der neue Gemeindepfarrer. Ein stattlicher Chor mit 24 Bläsern spielte zur Ehre Gottes. 

Der alte Tiefbass, der schon jahrelang von Helmut Allinger gespielt wurde, musste durch einen neuen ersetzt werden.

Die Rechnung betrug .. viel .. DM.

Die geistliche Abendmusik am Samstag stand unter dem Wort aus 2. Kor 4 Vers 5 „Wir verkünden nicht uns selbst sondern Jesus Christus als den Herrn“ Dabei wirkten auch der Instrumenten Kreis des Albert Schweizer Kinderdorfs Waldenburg- Untermühle unter der Leitung von Peter Fortmann mit.

An der Orgel war Eberhard Marstaller. Die ganze Gemeinde nahm am Festgottesdienst am Sonntag, 10 November teil und freuten sich mit dem Chor über die große Gruppe der Bläser. Zu dieser Zeit hatte der Posaunenchor wohl die meisten Bläser seiner Geschichte.

Die jungen Mädchen waren mit Eifer dabei, jedoch nach der Schule kam die Berufsausbildung und später oft die Heirat, so sind heute alle nicht mehr in Enslingen wohnhaft. Nun übernahm Klaus Kunz die Dirigentenrolle. Alle zwei Jahre wurde für den Landesposaunentag in Ulm geübt. Die Proben fanden im Brenzhaus für den ganzen Kirchenbezirk statt. Die neue Bläserliteratur, meist herausgegeben vom Landesposaunenwart waren die Ulmersonderdrucke, bestimmten auch die Weiterentwicklung unseres Chores.

Durch Klaus und Karin Kunz bestand ein engerer Kontakt zum Sonnenhof in Schwäbisch Hall. So wurde mehrere Jahre die Konfirmationen in der Arche im Sonnenhof musikalisch begleitet.

In den weiteren Jahren lag die Leitung des Chores in den Hände von Wilhelm Pflugfelder und das 40 jährige Jubiläum wurde vorbereitet.

 

Doch vorher war für das ganze Dorf Enslingen ein großes Fest angesagt. Zum 900 jährigen Bestehen sollte ein großer Festumzug zusammengestellt werden. Mit drei Festwagen: „Den Enslingern Dorfmusikanten“, „einem Schlachttag in früheren Zeiten“ und dem „Flegeldreschwagen“ beteiligte sich der Posaunenchor. Natürlich wurde auch der Heimatabend und der Gottesdienst im Festzelt musikalisch begleitet. 

Am 7. und 8. Oktober 1995 feierte der Chor das 40 jährige Jubiläum.
Am Samstag wurde zu einer Feierstunde mit einer Bläsergruppe des evang. Jugendwerkes in die Kirche eingeladen. Zum Festgottesdienst am Sonntag mit Pfarrer Andreas Ludwig kamen viele ehemalige Bläser aus nah und fern. Die Enslinger Posaunenbläser umrahmten diesen Gottesdienst mit feierlicher Musik und beim Mittagessen wurden viele Erinnerungen aufgefrischt. 

Die nächsten neun Jahre übernahm nun Christa Rottler das Amt des Dirigenten. Zur Tradition wurden die Gottesdienste an Pfingstmontag im Wechsel in Schönenberg und Gaisdorf. Bei herrlichem Sonnenschein hatte man oft den blick über das Tal bis zum Einkorn und bei Regenwetter wurde schnell eine Scheune ausgeräumt und mit Zweigen geschmückt. Gerne blieb die ganze Gemeinde zum Mittagessen, das vom Posaunenchor angeboten wurde noch zusammen. Immer wieder wurden Jungbläser ausgebildet, doch wären sie alle dabeigeblieben, hätten wir heute einen riesengroßen Chor. Es gab Freizeiten, Kirchen im Grünen auch außerhalb der Gemeinde, Adventsmusik zusammen mit dem Gesangvereinen , das Begleiten vieler Gottesdienste während des Kirchenjahres und oft musste Abschied genommen werden von Gemeindemitglieder, meist spielt auch hier der Posaunenchor auf dem Friedhof. Das gesellige Zusammensein wurde gern gepflegt, so besuchte man immer wieder die Freilichtspiele in der Umgebung. Mit dem neuen Gesangbuch ändert sich auch die Bläserliteratur für Chor und Chorleiter.

Christa bildete sich mehrmals bei Schulungen im Bernhäuser Forst weiter um dies im Chor dann weiterzugeben. Nachdem Christa Blankenburg im Herbst 2004 in die Pfalz zog, erklärte sich Bezirksposaunenwart Hartmut Stenzel bereit unseren Chor zu Leiten. So soll nun das 50 jährige Jubiläum ein großer Meilerstein in der Geschichte des Enslinger Posaunenchors werden.