Kosmische Katastrophe vor 15 Millionen Jahren

Die diesjährige Exkursion des Männervespers am 21. 05. 2015 führte uns ins Nördlinger Ries.

Eine Gruppe von 44 Personen wollte mehr über die kosmische Katastrophe vor 15 Millionen Jahren erfahren, und machte  sich mit einem von Rainer Wolpert gesteuerten Bus auf den Weg nach Nördlingen. Um für das von Wilfried Kuch perfekt ausgearbeitete, dicht gedrängte Programm gerüstet zu sein, gab es vor den Toren der Stadt zuerst ein kleines Vesper.

So gestärkt machten wir uns auf in Richtung Rieskratermuseum. Zwischenzeitlich hatte sich Matthias Wolpert, der in Nördlingen wohnt, und mit bei der Vorbereitung der Veranstaltung geholfen hat, der Gruppe angeschlossen.

Im Museum warteten 2 exzellente Fachfrauen, die uns in 2 Gruppen führten und uns ganz in die Faszination der Astronomie und des Meteoriteneinschlages mit all seinen Folgen hineinnahmen. Das Ries ist ja einer der am besten erhaltenen Impakt-Krater der Erde mit 25 km Durchmesser. Um einen solchen Krater zu erzeugen, musste ein Meteorit mit fast über 1 km Durchmesser und einer Geschwindigkeit von ca. 54 000-180 000 km/h die Erde treffen. Der Bremsweg von ca. 1 Kilometer erzeugte Temperaturen, die sämtliche Materie gasförmig werden ließ, und in einer riesigen Explosion (Energie von annähernd 250 000 Hiroshimabomben) endete. Dabei kam es zum Auswurf von 150 Kubikkilometer Gestein bis zu einer Entfernung von 450 Kilometern (Fundorte waren z.B. in Prag). Durch die extreme Hitze entstanden neue Gesteinsformationen vor allem der für das Ries charakteristische Suevit (lateinisch; zu deutsch „Schwabenstein“). Diese Bezeichnung ist weltweit geschützt und wird an allen Fundorten verwendet.

Beeindruckt waren wir aber nicht nur von dem Ereignis des Meteoriteneinschlages, sondern auch von der Astronomischen Geschichte unserer Erde, die besonders eindrücklich in einer Zeitschiene auf dem Boden des Museums aufgebracht ist. Wie winzig die „Neuzeit“ der Erde mit uns Menschen ist, hat uns alle überrascht. Auch die Verwandtschaft der Erde mit dem Mond wurde uns anhand eines originalen Mondsteins gezeigt.

Gestärkt durch ein gutes Mittagessen nach Wahl im Wengers-Brettl machten wir uns gegen 14.00 Uhr zu einer Stadtführung auf. Wieder in zwei Gruppen wanderten wir durch die Stadt und ließen uns mitnehmen in die historische Bedeutung Nördlingens als Handelszentrum und Handwerksstadt, vor allem der Färber und Goldschmiede. Die historischen Gebäude untermauerten den Eindruck von wohlhabendem Bürgertum, das auch ein Spital unterhalten konnte, welches bis zum Ende des 20. Jahrhunderts als Krankenstation diente. Auch die geniale Wasserversorgung zeigte die Bedeutung der Stadt, deren römische Wurzeln wir ebenfalls besichtigen konnten. Umschlossen ist Nördlingen ja von einer noch völlig intakten Stadtmauer, auf der wir einen Teil des Stadtkerns umrundeten.

Nach so vielen Eindrücken war noch freie Zeit, um den Daniel (Kirchturm) zu besteigen und sich ein Bild von oben zu machen. Dabei konnten wir das Storchenpaar bei der  Aufzucht der Storchenkinder Nördlingens beobachten.

Dass ein so interessanter Tag noch einen Ausklang braucht, ist verständlich. Dazu bot sich der Gasthof Bären in Bühlertann an. Gerhard Leyrer animierte uns mit seiner Ziehharmonika noch zu einigen Liedern, in die der Dank an unseren Herrn und die Bewunderung seiner Werke einfloss.

                                                                                                                                                                                                         Imanuel Gieck