Anspiel für die Kinderkirche Heilig Abend 2009
Wer ist unser König?
Autor: Johannes Luithle
ERSTER AKT
Szene 1: Rahmenerzählung
Tina und Martin sind Geschwister. Es ist Heilig Abend und sooo langweilig. Die Eltern sind mit dem Aufbau der Krippe beschäftigt und die Kinder wissen nichts mehr mit sich anzufangen- außer zu streiten.
Martin: Hey, du blöde Kuh.
Tina: Sag das noch einmal!
Martin: Hey, du blödes Rindvieh.
Tina: (läuft ihrer Mutter entgegen) Mama, Martin ärgert mich die ganze Zeit.
Martin: Was denn, ich habe mich nur mit der einen Figur da an der Krippe unterhalten. Wenn
du dich angesprochen fühlst, kann ich auch nichts machen.
Mutter: Kinder, ich hab jetzt die Nase voll. Könnt ihr nicht was Ordentliches spielen?
Tina: Aber uns ist so langweilig, Mama.
Vater: Passt auf, ich hab euch was. Ein Geschenk bekommt ihr schon vorab. Und
dann hoffe ich, dass hier endlich Ruhe einkehrt.
Vater überreicht den beiden eine eingepackte CD. Die beiden reißen sie auf:
Tina (liest den Titel der CD): Weihnachten auf der Spur. Ja, dann bin ich mal gespannt.
Sie schieben die CD in den Laptop.
Auf dem Laptop erscheint eine Frage:
Weißt du wirklich über Weihnachten Bescheid?
Bei „ja“ klicke hier, bei nein bitte hier klicken.
Martin: Na klar, wissen wir Bescheid. Also ja.
Auf dem Bildschirm erscheint:
Wer war König, als Jesus geboren wurde? David, Herodes, Obama, Merkel
Tina: Das ist ja pippi. Herodes natürlich. Aber klick mal Obama an.
Obama spricht: Tut mir leid, so alt seh ich noch nicht aus, oder?
Martin: Klick mal Herodes.
Computer zeigt an: richtig. Willst du mehr über Herodes erfahren, dann klicke hier.
Tina: Also von Herodes weiß ich nicht viel. Der kam in unseren Krippenspielen in der
Kinderkirche nie vor.
Martin: Der war halt König aber was er gemacht hat- keine Ahnung.
Komm wir schauen mal nach. Martin klickt
Szene 2: Am Brunnen vor dem Tore
F1: Shalom Esther. Auch schon unterwegs.
F2: Ja, was bleibt mir anderes übrig. Die Kinder schlafen noch und Rufus muss heute morgen
bald zur Arbeit.
F3: Mädels habt ihr schon das Neueste erfahren?
F1: Was gibt’s denn? Hat dein Bruder endlich eine Frau gefunden?
F3: Mach keine Witze. Herodes hat wieder grausam zugeschlagen.
F2: Was ist passiert?
F3: Ich habe aus sicheren Quellen erfahren, dass er seine beiden Söhne umbringen ließ.
F1: Welche denn?
F3: Die Söhne von Mariamne, Alexander und Aristobul!
F2: Nein, das kann nicht sein.
F3: Wisst ihr was der Kaiser Augustus von Herodes gesagt haben soll?
F1 + F2: Nee, was denn?
F3: Passt auf, jetzt kommt es ganz dick: „Es ist besser, Herodes´ Schwein, als sein Sohn zu
sein.“
F2: Psst, das darfst du auf keinen Fall laut erzählen.
F1: Ich habe einen Verdacht. Mariamne war doch Jüdin und aus königlichem Haus.
Herodes dagegen ist kein richtiger Jude und wurde von den Römern zum König über
Israel eingesetzt. Viele Juden stören sich daran und setzten ihre Hoffnung auf Alexander
und Aristobul! Herodes will unbedingt verhindern, dass Juden auf den Königsthron
kommen. Ich glaube, er hat was gegen uns Juden.
F2: Bist du dir sicher?
F4 (kommt dazu): Was höre ich da, hochpolitische Gespräche. (zu Esther F2 gewandt)
Esther, du glaubst doch nicht im Ernst, dass Herodes uns Juden Gutes tut.
Vor kurzem hat er einfach 6000 Juden eingesperrt und einige sogar umgebracht. Warum?
Nur weil sie angeblich nicht den Kaiser Augustus verehrten.
F3: Das sind mittlerweile Zustände wie im alten Ägpyten.
F1: Frauen, haltet bloß die Klappe, sonst sind wir auch noch irgendwann mal dran.
Szene 3: Herodes wird in seinem Palast gefeiert
Die Fanfaren ertönen. Herodes zieht ein, gefolgt von seinen Leibwächtern, Palastwachen, Ministern und Gefolgsleuten. Er setzt sich auf seinen Thron. Das Gefolge steht spalier.
H.: Ich bin heute noch stolz auf mein Massada. Mitten in der Wüste am Toten Meer eine
herrliche Oase. Ehud, wie sieht es in Massada gerade aus? Wie ist der Wasserstand?
Ehud: Majestät, die Zisternen sind voll. 40.000 Kubikmeter Wasser stehen bereit.
H: Reicht das für einen vierwöchigen Aufenthalt?
Ehud: Aber gewiß, Majestät. Das ist mehr als genug. Das ist soviel, o König, wie ein Dorf im Jahre 2009 weit weg in Germanien, nennen wir es einmal Enslingen, in einem Jahr verbraucht.
H: Gut so. Ich muss mir alle Möglichkeiten offenhalten. Ständig droht Gefahr von überall. Wann kommt die Flotte aus Britannien mit dem britischen Zinn in Cäsarea an? Welche Tagesleistung erzielen wir gerade in der Erdpechgewinnung am Toten Meer?
Auf, auf, ich möchte Zahlen sehen!
Magnus: Die Flotte aus Britannien wird morgen erwartet. Allerdings fehlt noch die
Kupferlieferung aus Zypern. Wir hoffen, dass die Schiffe im Laufe der Woche eintreffen.
Lupus: Die Erdpechgewinnung ist nach wie vor auf Hochtouren, genaue Zahlen liegen uns
gerade nicht vor. Aber so viel kann ich sagen, dass wir keine ernsthaften Konkurenten auf dem römischen Weltmarkt haben.
H: Gut so. Ich bin so stolz auf mich. Was ich im Laufe von 30 Jahren aufgebaut habe, das
hat keiner meiner Vorgänger geschafft, nicht einmal der große König David.
Ich bin überzeugt, dass ich nach dem Willen Gottes das Volk der Juden zu seinem
Glück geführt habe. Das hat es vor mir noch nie gegeben.
Alle huldigen und singen:
Lied 1:
Refrain: Herodes – du bist der Größte, keiner ist dir gleich.
Herodes – du bist der Höchste, groß im römischen Reich, uhh.
1. Wir beugen uns vor dir, du bist König und Herr
hast den Kaiser Augustus zum Freund,
Wir beugen uns vor dir, du bist Retter und mehr
bringen Blumen, um dich zu erfreun!
2. Wir ehren dich, du Fürst bringst uns Wohlstand und Glück
hast den Tempel Jerusalems gebaut.
Wir ehren dich, du Fürst nie mehr wolln wir zurück
dreißig Jahre, an dich nur geglaubt.
3. Wir trauen nur noch dir, Du regierst wunderbar,
hälst die Feinde und Gegner in Schach
Wir trauen nur noch dir, folgen dir,
das ist klar Jubeln freudig und feiern, dass´ kracht.
Szene 4: Männer bei der Arbeit
M1: Jetzt den Hammer bitte,
M2: Ja, Meister. Ich halte das Holz fest.
M1: Die Arbeit muss gut werden, sonst stehen wir bald ohne da.
M3: Shalom ihr beiden. Das sieht gar nicht schlecht aus.
M1: Shalom Menachem. Was machst du hier mitten am Tag? Hast du nichts zu tun?
M3: Kurzarbeit. Die Rezession hat auch mein Betrieb erfasst. Auf dem Bau war es halt auch
schon besser.
M2: Stimmt. Mein Vater erzählte mir erst neulich, wie er beim Bau des Tempels mitgearbeitet
hat. Acht Jahre lang eine Großbaustelle mit rund 10.000 Bauarbeitern. Da war ganz schön
was los.
M3: Ja, damals waren wir mit unserer Firma auch dabei. Das war bisher die größte Baustelle
meines Lebens. Wir haben Steinquader verbaut, mit mehr als 100 Tonnen Gewicht!
M4 und M5 kommen dazu.
M4: Na, ihr schwelgt in alten Zeiten. Als ob diese Zeiten rosig waren. Herodes dieser alte
Schurke wollte sich beim jüdischen Volk mit dieser Bau-Aktion beliebt machen, was ihm
Gott sei Dank nicht gelungen ist.
M3: Aber Arbeitsplätze hat er geschaffen und das ist ja schon mal was.
M1: Und er hat Jerusalem zu großem Glanz verholfen.
M4: Richtig. Er hat sich ein Prachtschloss hingestellt, dazu ein Theater mitten in die Heilige
Stadt gebaut. Pfui. Auf diesen Herodes pfeiff ich.
M3: Natürlich hat er ein bisschen römische Kultur in unsere Stadt gebracht. Aber man muss ja auch ein bisschen mit der Zeit gehen. Was bringt es, wenn wir uns abkapseln.
M1: Und dann hat er uns diesen wunderschönen Tempel hingestellt, von dem Salomo der
erste Tempelbauer nur träumte.
M5: Kaum zu glauben, wie ihr auf Herodes abgefahren seid. Bloss, weil er euch Brot und
Wohlstand bringt, unterstützt ihr den Ganoven. Schaut doch her, was er mit den
Hohenpriestern gemacht hat. Als sein Schwager mit 16 Jahren Hoherpriester wurde, hat
er ihn in seinem Swimmingpool in Jericho ertränkt.
M3: Quatsch, das war ein Unfall. Herodes war doch selbst bei der Beerdigung dabei und hat
große Anteilnahme gezeigt.
M4: Junge, das kannst du mir glauben. Dieser Schurke hat null Respekt vor uns Juden. Er
macht das, was er und Rom will. Er setzt seine Machtinteressen durch und wenn ihm
jemand in die Quere kommt dann schreckt er vor nichts zurück.
M5: Aber euch geht er nicht an den Kragen. Vor solchen Leuten wie euch, muss er keine
Angst haben. Komm Kleopas wir gehen.
Szene 5: Herodes auf dem Thron
Herodes sitzt, seine Gefolgsleute stehen Spalier
H: Grrr. Ich hasse euch Juden, alle. Au. Mein Magen. Bringt mir einen Krug Wein. Aber bitte keinen sauren ausländischen Württemberger, sondern einen edlen Tropfen vom Karmel.
P1: Heute hat er wieder seinen depressiven Tag.
P2: Ja, ich habe den Eindruck, dass sich diese Tage immer mehr häufen.
P1: Das geht ja jetzt schon über 20 Jahre so. Seit er seine eigene Frau Mariamne umgebracht
hat, trinkt er und hat immer wieder seltsame Ausfälle.
P2: Dabei ist sie die einzige Frau gewesen, die er wirklich liebte. Keine von seinen 9 weiteren
Frauen hat er jemals so geliebt.
P1: Aber sie musste halt dran glauben, weil sie aus der jüdischen Königsfamilie stammte, die
vor Herodes regierte.
P2: Wie das wohl mit Herodes weitergeht? Ich ahne nichts Gutes.
Szene 6: Tina und Martin unterhalten sich
Tina: Du liebe Zeit. Das wusste ich noch gar nicht. Dass Herodes so ein grausamer Herrscher war hätte ich nie gedacht.
Martin: Na gut, es kommt halt immer auf die Sicht an.
Tina: Jetzt sag bloss, du findest Herodes am Ende auch noch gut.
Martin: Hab ich gar nicht gesagt. Aber etwas Faszinierendes hat es schon, wenn man noch
nach 2000 Jahren deutliche Spuren von ihm finden kann.
Tina: Wie meinst du das?
Martin: Onkel Karl zeigte uns doch kürzlich Bilder aus Israel und immer wieder sagte er, das
ist aus der Zeit von Herodes. Hatte er nicht auch die Bilder von Massada dabei, wo sich Herodes eine Luxusvilla baute und Unmengen Wasser mitten in der Wüste speicherte?
Tina: Stimmt. Ganz schön riskant von Gott, seinen Sohn auf die Welt zu bringen, während
diese Bestie in Jerusalem regiert.
Martin: Komm, wir schauen uns das mal näher an. Ich glaube da gibt es noch ein paar Links.
ZWEITER AKT
Szene 7 Hinführung zur Erzählung
Tina und Martin klicken einen Button an: Wie viele Weihnachtsgeschichten gibt es?
Eine, zwei oder drei?
Martin: Wieder so eine Babyfrage. Eine natürlich. (Martin klickt eins an). Auf dem Bildschirm erscheint: falsch.
Tina: wahrscheinlich sind es drei. Eine für Heiligabend. Eine für den 1. Weihnachtstag und
eine für den 2. Weihnachtstag. (klickt 3 an)
Martin: Ätsch, auch falsch. Dann kann ja nur noch zwei stimmen (klickt 2 an). Richtig
Tina: Na endlich (liest): Welche Weihnachtsgeschichte wollt ihr ansehen, die Geschichte,
die der Evangelist Lukas berichtet oder Matthäus? Na, nehmen wir mal Matthäus.
Martin (liest): Jesus wurde zur Zeit des Königs Herodes in Bethlehem, einer Stadt in Judäa
geboren. Bald darauf kamen Sterndeuter aus einem Land im Osten nach Jerusalem.
Klicke hier.
Szene 8: Die Sterndeuter vor Herodes
Herodes sitzt auf seinem Thron. Die Untertanen stehen wieder spalier.
P1: Majestät, soeben kamen einige Männer aus dem Zweistromland hier in Jerusalem an. Sie scheinen reiche und vornehme Leute zu sein. Ihre Kamele stehen außerhalb der Stadt. Sie bitten um einen Gesprächstermin mit Ihnen, Oh König.
H: Dann führt sie herein. Aber bitte genaue Kontrolle vorher.
P1: Aber selbstverständlich. Majestät.
Fünf Sterndeuter kommen herein und verbeugen sich tief vor Herodes
Tina (drückt Stopp-Taste). Moment mal. Da scheint etwas nicht zu stimmen.
Martin: Komisch. Da waren fünf Sterndeuter zu sehen. Dabei waren es doch nur drei.
Tina: Kaspar, Melchior und Balthasar.
Martin: Warte, wir schauen nach. Martin tippt in den Computer und spricht:
Wie viele Sterndeuter kamen aus dem Morgenland?
Auf dem Bildschirm erscheint: In der Weihnachtsgeschichte steht nur, dass Sterndeuter kamen. Seit dem 5. Jahrhundert werden drei angenommen, weil sie drei Geschenke brachten.
Aber es könnten auch zwei oder mehr als drei gewesen sein.
Tina: Gut, verstanden. Gehen wir wieder in die Geschichte rein.
Martin: Warte, ich will noch wissen, ob die Namen der Weisen in der Bibel stehen.
(Martin tippt ein und spricht): Woher kommen die Namen?
Auf dem Bildschirm erscheint: Die Namen kamen erst im 8. Jahrhundert dazu.
Tina: Also, los. Mach weiter.
Martin: Ich starte nochmals von vorne.
P1: Majestät, soeben kamen einige Männer aus dem Zweistromland hier in Jerusalem an. Sie scheinen reiche und vornehme Leute zu sein. Ihre Kamele stehen außerhalb der Stadt. Sie bitten um einen Gesprächstermin mit Ihnen, Oh König.
H: Dann führt sie herein. Aber bitte genaue Kontrolle vorher.
P1: Aber selbstverständlich. Majestät.
Fünf Sterndeuter kommen herein und verbeugen sich tief vor Herodes
H: Ihr seid weit gereist. Wie lange seid ihr unterwegs?
S1: Majestät. Wir danken ihnen von Herzen für ihre freundliche Aufnahme. Mehr als einen
Monat schon sind wir auf den Fersen.
S2: Also besser gesagt auf unseren Kamelen.
S3: Wir kommen aus dem Zweistromland und haben rund 1000 Kilometer auf dem Buckel.
H: Und was führt euch hierher an den Königshof? Ihr habt sicherlich von Jerusalem gehört,
eine der Vorzeigestädte im großen römischen Reich!
S4: Ja gewiss. Jerusalem ist eine sehr schöne Stadt. Aber wir sind nicht auf Städtetour.
S5: Sie müssen wissen, wir sind Gelehrte. Wir haben Astronomie studiert. Die
Himmelslandschaft ist uns bestens vertraut. Und wir versuchen Veränderungen am
Himmel zu erfassen und zu deuten.
H: Was soll das? Seid ihr hergekommen, um mich über Astrologie zu belehren? Ich brauche
keinen babylonischen Nachhilfeunterricht. In Rom haben wir ausgezeichnete Astrologen,
deren Horoskope auch eintreffen.
S3: Nein, eure Majestät, wir sind keine Astrologen, sondern Astronomen.
S4: Astrologen erstellen Horoskope und wollen damit das Schicksal von Menschen
vorhersagen. Astronomen dagegen beobachten den Himmel, versuchen die
Gesetzmäßigkeiten am Himmel zu verstehen. Dabei…
H: Verdammt noch mal, ihr braucht mich nicht belehren. Wachen führt sie ab.
S4: Majestät, bitte noch eine Minute. Wir haben noch eine Frage und bitten um eine kurze,
präzise Antwort und dann verschwinden wir auch wieder:
S1: Wo finden wir den kürzlich geborenen König der Juden?
S2: Wir haben seinen Stern, den Jupiter, aufgehen sehen und sind hergekommen um ihm Ehre
zu erweisen.
H: (springt von seinem Thron auf und ruft ganz laut) Was?
Herodes und alle Untertanen reden wild durcheinander
Nein, das kann nicht sein.
Ich glaube, ich spinne.
Unmöglich.
Verrat.
Aufruhr.
H: Ruhe. Ruhe hier. Der König spricht.
Ruft mir sofort alle jüdischen Gelehrten aus Jerusalem herbei. Dazu die Hohenpriester und
die Leute, die im jüdischen Volk etwas zu sagen haben.
Zwei Beamte gehen und führen die Gelehrten vor den Königsthron. Sie kommen mit Schriftrollen in ihren Armen.
Ihr jüdischen Gelehrten. Von euch will ich eins wissen: Wo soll der Messias, der große
Friedensherrscher, auf den das jüdische Volk schon so lange wartet, geboren werden?
Mmh? Dalli dalli. Ich will es sofort wissen.
J1-J7(einstimmig): In Bethlehem, eure Majestät.
H: In Bethlehem, in dem kleinen Kuhdorf hier um die Ecke?
J1: Ja, der Prophet Micha schrieb vor einigen hundert Jahren über Bethlehem:
J2 (liest aus der Schriftrolle vor): Und du, Bethlehem im Land Juda, du bist keineswegs die
unbedeutendste unter den Städten Judas; denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, der mein
Volk Israel führen wird wie ein Hirte seine Herde.
H: Danke. Das genügt. Und jetzt verschwindet. Alle, bis auf die Wachen.
Alle gehen ab bis auf die beiden Palastwachen.
(Herodes im Selbstgespräch) König der Juden. Dreißig Jahre lang habe ich es diesem Volk zeigen wollen, wer hier der König der Juden ist. Und dann wagen die mir frech ins Gesicht zu sagen, er wird in Bethlehem geboren. Der Messias. Es wird keinen Messias geben. Der einzige Retter dieser Welt heißt Augustus und gleich danach kommt Herodes. Punkt.
Wachen! Führt mir die Sterndeuter nochmals herein. Aber bitte so, dass es keiner merkt, klar?
P1: Ja, eure Majestät. Die Sterndeuter werden sofort hereingeführt.
Die Palastwachen führen die Sterndeuter herein
Szene 9 Die Sterndeuter alleine vor Herodes
H: Ihr Sterndeuter. Setzt euch. Ich möchte mich noch ein bisschen unterhalten, bevor ihr die
Reise fortsetzt.
S1: Ja, gerne Eure Majestät.
H: Ihr habt den Königsstern, den Jupiter aufgehen sehen, stimmt das? Wann war das?
S2: Es war am 13. Adaru als wir Kakkabu den Stern des Weltherrschers aufgehen sahen.
S3: Uns war klar, jetzt muss irgendetwas Besonders passiert sein. Ein großer König ist
geboren worden.
S4: Allerdings waren wir uns nicht ganz sicher, wo das Ereignis stattgefunden hat.
S1: Wir wussten aus unserer Tradition, dass ein großer König im Westen aufstehen wird. Der
soll Gerechtigkeit und Frieden bringen,
S2: und in allen Landen herrschen,
S3: und alle Völker beglücken.
S5: Und dann passierte es, dass Saturn und Jupiter sich in ihren Laufbahnen ganz nah kamen.
S4: Saturn ist nach alter Tradition der Stern des jüdischen Volkes. Also war für uns alle klar:
S1-S5: Irgendwo in Israel muss der große Weltenherrscher geboren worden sein.
H: Ich verstehe und dann seid ihr losgezogen, um euch auf die Suche zu machen.
S2: Ja, wir peilten Jerusalem an.
S3: Wenn ein Könige geboren wird, dann ja wohl in der Hauptstadt.
S4: Und jetzt haben wir soeben Nachricht erhalten, dass der König in Bethlehem zur Welt
Kam. Da waren sich die Gelehrten ja völlig einig.
S5: Na, die letzten 10 Kilometer kriegen wir auch noch gebacken.
S1: Wir wollen jetzt nicht mehr viel Zeit verlieren und bald losreiten.
H: Ja, ich will euch nicht mehr länger aufhalten. Geht los und erkundigt euch genau nach dem
Kind. Und dann habe ich da noch eine Bitte: Sobald ihr das Kind gefunden habt, kommt
bitte sofort zu mir zurück. Ich will diesem Kind unbedingt auch meine Ehre erweisen und
zu ihm nach Bethlehem gehen.
S1: Selbstverständlich, Majestät. Wir werden alles dafür tun, dass Sie auch in den Genuss des
Kindes kommen werden.
H: Gut. Wachen, führt sie hinaus.
Herodes (alleine, leise): Nein, nein nein. Keiner kann mir den Thron streitig machen, auch nicht dieses messianische Gewächs aus Bethlehem. Ich habe auch schon eine Idee, wie ich das geschickt einfädle…ha, ha, ha.
Lied 2:
Refrain: Komm, wir gehn nach Bethlehem. Wieder ist der Stern zu sehn.
Wo das Kind lebt, bleibt er stehn. Wer kann das verstehn.
1 Warum kommen nicht die Priester und Gelehrten mit.
Wissen alles, sind ganz fromm und in der Bibel fit.
Jetzt ist endlich Jesus Christus, der Messias, Retter, da.
Keiner lacht und springt und ruft ganz laut Halleluja.
2 Was, Herodes will das Kind sehn, dort in Bethlehem?
Will er wirklich sich verbeugen und den Heiland sehn?
Nein, er will den Retter töten, denn nur einer kann regiern,
doch Herodes will die Macht auf keinen Fall verliern.
3 Wer bin ich in diesem Spiel, wo reihe ich mich ein?
Weiß ich alles ganz genau, und bleib deshalb daheim?
Oder will ich selbst bestimmen, was in meinem Leben geht,
bin ich Priester oder König – was ist mein Gebet?
4 Herr, ich bitte dich, wirf meinen König aus mir raus,
komm herein in meinen Alltag, wohn in meinem Haus.
Herr, verändere mein Leben, schenke deine Liebe mir.
Lass mich Weihnachten erleben, jetzt und heute hier.
DRITTER AKT
Szene 10 Tina und Martin halten inne
Tina und Martin unterhalten sich
Tina: Das ist echt verrückt. Die Sterndeuter kommen von weither, haben keinen blassen
Schimmer, von dem was Juden glauben. Sie sind aber fest der Überzeugung, dass der
neugeborene König absolut wichtig für ihr Leben ist.
Martin: Und die Priester und Gelehrten, die eigentlich alles über den Glauben wissen, die
verpassen das Wichtigste in ihrem Leben, weil sie nicht hingehen.
Tina: So ist es doch heute auch noch, oder? Die meisten kennen die Geschichten von Jesus,
manche wissen sogar, wo sie in der Bibel stehen, aber Einfluss auf ihr Leben hat Jesus
nicht wirklich.
Martin: Was wäre wohl passiert, wenn sie hingegangen wären?
Tina: Sie hätten das bestimmt nicht für sich behalten, sondern hätten in den Synagogen, auf
der Strasse oder sonst wo weitererzählt, dass der Retter der Welt jetzt da ist.
Martin: Und was wohl aus Herodes geworden wäre?
Tina: Vielleicht hätte er tatsächlich noch eine Wendung gemacht und wäre ein König
geworden, der im Einklang mit Gottes Willen lebt?
Martin: Komm, wir schauen noch, wie die Geschichte wirklich zu Ende ging. Die Sterndeuter
sind glaub ich losgegangen und haben ihre Geschenke zu Jesus gebracht.
Tina: Hier musst du klicken.
Szene 11: Die Sterndeuter kommen bei Maria an
Maria sitzt auf einem Stuhl und strickt. Neben ihr das Jesuskind in einem Kinderbett. Es steht an der Stelle, wo der Thron des Herodes (direkt vor dem Altar) gestanden hat. Über ihnen leuchtet der Stern.
S1: Shalom. Wir suchen den neugeborenen König der Juden, sind wir hier richtig.
Maria: Du liebe Zeit, wo kommt ihr den her? Kommt herein!
S2: Ich glaube, wir sind am Ziel unserer Reise angekommen. Wie heißt denn das Kind?
Maria: Jesus. Ein Engel sagte mir und meinem Mann Josef unabhängig voneinander, dass wir
das Kind Jesus nennen sollen.
S3: Der Name klingt interessant. Hat er eine bestimmte Bedeutung?
Maria: Ja, Jesus heißt: Der Herr ist Rettung. Gott der Herr rettet. Mit diesem Menschen Jesus
hat Gott noch Einiges vor. Ich glaube, dass er für die ganze Welt von Bedeutung sein wird.
S4: Dann sind wir ja goldrichtig hier.
S5: Das war das Stichwort. Wir haben euch ein paar Geschenke mitgebracht. Geschenke für
den großen König.
S1: Hier, in diese Kiste haben wir Gold eingepackt. Damit könnt ihr dem Kind das Nötigste
kaufen.
S2: Dann haben wir hier Weihrauch. Das wird für den Gottesdienst im Tempel benutzt.
S3: Komm, wir zünden Weihrauch an. Ich glaube, wir feiern Gottesdienst auch ohne Tempel.
(Zwei Sterndeuter zünden Weihrauch an).
S3: Und dann haben wir noch Myrrhe mitgebracht. Eine besonders gute Salbe. Sie ist für das
Kind.
M: Danke, danke. Ihr seid wunderbar. Ich kann es immer noch nicht fassen.
S4: Wir danken Gott, dass er uns hierher geführt hat und wir heute seinen Sohn bestaunen können. Herrlich!
Die Weisen knien vor Jesus nieder und singen (gemeinsam mit allen andern)
Lied 3:
Refrain: Jesus Christus – du bist der Größte, keiner ist dir gleich.
Jesus Christus – du bist der Höchste, groß in Gottes Reich, uuh.
1. Wir beugen uns vor dir, du bist König und Herr hast den Vater im Himmel zum Freund,
Wir beugen uns vor dir, du bist Retter und mehr bringen Lobpreis, um dich zu erfreun!
2. Wir trauen nur noch dir, Du regierst wunderbar, hälst die Feinde und Gegner in Schach
Wir trauen nur noch dir, folgen dir, das ist klar Jubeln freudig und feiern, dass´ kracht.
Szene 12: Schlusswort der Kinder
Tina: Martin, Martin, gerade fällt mir etwas auf.
Martin: Was denn?
Tina: Schau mal, das Bett von Jesus steht genau unter dem Kreuz und da steht doch drauf:
Jesus von Nazareth, König der Juden! Mit diesem Titel kommt er auf die Welt und mit diesem Titel stirbt er auch.
Martin: Und was noch interessant ist, dass er nicht nur König der Juden bleibt, sondern zum König für die ganze Welt wird.
Tina: Sag mal Martin, bist du ihm schon begegnet?
Martin: Du, mir geht es gerade so, als ob ich wirklich mit dabei bin, ganz nah dran. Ich glaube, Jesus ist gerade für mich geboren.
Tina: Das war wohl mehr als ein Computerspiel, was wir hier gesehen…
Mutter: Kommt, Kinder, macht euch fertig, wir gehen in die Kirche zum Krippenspiel.
Tina: Ach nee, Mama. Wir mögen keine Spiele.
Martin: Wir sind in Bethlehem schon angekommen. Komm, Mama, wir singen das Lied der Sterndeuter, das ist auch unser Lied.
Lied 3:
Refrain: Jesus Christus – du bist der Größte, keiner ist dir gleich.
Jesus Christus – du bist der Höchste, groß in Gottes Reich, uuh.
1. Wir beugen uns vor dir, du bist König und Herr hast den Vater im Himmel zum Freund,
Wir beugen uns vor dir, du bist Retter und mehr bringen Lobpreis, um dich zu erfreun!
2. Wir trauen nur noch dir, Du regierst wunderbar, hälst die Feinde und Gegner in Schach
Wir trauen nur noch dir, folgen dir, das ist klar Jubeln freudig und feiern, dass´ kracht.
Schluss auf dem Bildschirm (wird nicht gesprochen):
In einem Traum erhielten die Sterndeuter die Weisung, nicht zu Herodes zurückzukehren.
Deshalb reisten sie auf einem andern Weg wieder in ihr Land. -Ende-



