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21.05.2012 : 10:33

Das sind ja gute Aussichten …

 
 

Der Weg junger Leute ins selbstverantwortliche Leben braucht Gemeinschaft, Herausforderungen und Vorbilder

Günther Schaible, langjähriger Landesjugendreferent des Evangelischen Jugendwerkes, Buchautor und Berater sagt klar und deutlich: „Junge Leute brauchen Herausforderungen und Aufgaben – man muss aber auch sagen können, warum sich Engagement lohnt !“

Bei der Jahresmitgliederversammlung des Vereins für Jugendarbeit und Gemeindeaufbau in Untermünkheim stand die Begleitung junger Menschen auf dem Weg zum selbstverantwortlichen Leben im Vordergrund. Mit dem ehemaligen Leiter des Lebenszentrums „Wörnersberger Anker“ konnte ein erfahrener Menschenkenner und langjähriger Begleiter von hunderten junger Menschen gewonnen werden.  

In seinem Vortrag schilderte er eindrucksvoll anhand von Beispielen Begegnungen mit jungen Menschen, die im Schwarzwald bei Wörnersberg im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres sich auf eine einjährige Lebensgemeinschaft eingelassen hatten. Beziehungen knüpfen, eigene Stärken und Begabungen erkennen, verbindlich leben sind die Kernelemente der christlichen Lebensgemeinschaft. Schaible sieht die Chance in einem freiwilligen sozialen Jahr, in der Pause zwischen Ausbildung und Weiterbildung oder kurz nach dem Abitur darin, sich durch Lebensbegleiter und ungewohnte Herausforderungen zum Erkennen der eigenen Gaben ermutigen zu lassen.  

Er stelle derzeit fest, so der Referent, dass die ältere Generation im Rentenalter zunehmend wieder als Ratgeber gefragt sei. Dies aber nicht in dem Sinn, dass die alten Kamellen im Sinne „Früher war alles besser …“ angesagt seien. Entscheidend und aktuell seien dagegen Lebenserfahrungen der unaufdringlichen Art: „Wie habt Ihr Euren Partner gefunden ? - Warum habt Ihr Euren Beruf gewählt ? - Welche Fehler habt Ihr gemacht ? ... und ähnliches.“ Gefragt ist Authenzität und nicht Bevormundung.   Schaible rief dazu auf, junge Leute als Mitarbeiter in der Gemeinde zu gewinnen. Diesen müsse man aber einen Nutzen anbieten können. Gerade die Jugendarbeit sei mit großen persönlichen Erfahrungszuwächsen verbunden: „Freie Rede, Selbstbewusstsein lernt man nirgends besser als in einer Jugend- oder Jungsscharstunde als verantwortlicher Mitarbeiter, genauso wie Verantwortung, Organisationstalent und Kreativität“, so Günther Schaible. Verantwortliche Tätigkeit in der Jugendarbeit fördert damit die heute gefragten Managementeigenschaften, die Soft-Skills, in hervorragender Weise.  

Zuvor hatten Jugendreferentin Ruth Köhl und Pfarrer Johannes Luithle die Tätigkeit des Vereins dargestellt. Über vierzig ehrenamtliche Jugendmitarbeier sind das Jahr über Woche für Woche, bei Skifreizeiten, Kinderwoche und erlebnispädagogischen Unternehmungen mit den Jugendlichen unterwegs. Vorsitzender Helmut Bleher zeigte sich daher selbst erstaunt, wie vielfältig die Arbeit des Vereins für Jugendarbeit und Gemeindeaufbau in Untermünkheim ist und forderte die anwesenden Mitglieder dazu auf, weitere Mitglieder zu werben: „Jugendarbeit ist die beste Investition einer Gemeinde, sie ist Arbeit und Einsatz für die Zukunft – die Kirchengemeinden in Untermünkheim sind mit dem Verein für Jugendarbeit und Gemeindeaufbau auf dem richtigen Weg die nächste Generation zu fördern und das Engagement junger Leute für das Gemeinwohl zu unterstützen – denn diese profitieren damit am meisten selbst.“