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21.05.2012 : 10:47

Israelreise der Ev.Kirchengemeinden Untermünkheim und Enslingen und der Süddeutschen Gemeinschaft Untermünkheim: "Vom Kochertal ins Jordantal" vom 11.-22.März 2009 mit Johannes Luithle und Uli Probst.

 

12 Tage lang ein Zustand der Stimmungsaufhellung, voll Euphorie, 12 Tage lang ein Gefühl gesteigerter Leistungsfähigkeit und Aktivität, 12 Tage lang das Verschwinden von Müdigkeitsgefühlen und wenn es notwendig wurde auch von Hungergefühlen. Ein Zustand wie in Trance.
Ich habe nie Kokain probiert, doch ich glaube so könnte es sich anfühlen. Wie die Droge Israel. Es waren 12 unbeschreibliche Tage mit einer unendlichen Fülle von Eindrücken für alle Sinne, für Herz, Seele und Verstand.
Was war nun das eindrücklichste Erlebnis dieser Reise?
Die eine Stunde der absoluten Stille im Red Canyon oder die vertrauten Worte aus der Bergpredigt am Berg der Seligpreisungen?
Die Tauffeier am Jordan oder der geistliche Impuls in Tabga direkt am See Genezareth?
Die Aussicht über unzählige Gipfel in der Wüste Negev oder die Blütenpracht und Steinadler auf den Golanhöhen?
Das Gewirr von Stimmen und Gerüchen in den engen Gassen von Jerusalem oder die Abendmahlfeier beim Gartengrab?
Die fröhlichen Kinder im christlichen Zentrum Beit A Liqa bei Bethlehem oder der Anblick der aufgehenden Sonne über den Bergen beim Toten Meer von der Festung Masada ?
Die Schönheit der Korallen und Fischschwärme beim Schnorcheln im Roten Meer oder der Besuch der Holocaust-Gedächtnisstätte Yad Vashem?Die Momente direkt vor der hohen Klagemauer oder das kurze Gebet in einer der vielen Kapellen in der Grabeskirche?Tourist, Kulturreisende, Abenteurer, Beobachter, Pilger? Was waren wir nun eigentlich auf unserer Israelreise?
Die Touristen badeten in allen vier Meeren (Mittelmeer, Galliläisches Meer, Totes Meer, Rotes Meer)
Für die Kulturreisenden gab es die geschichtsträchtigen Orte: Jaffa und Cäsarea, Jericho und Jerusalem und natürlich Masada, die antike Bergfestung mit ihren Ausgrabungen.
Die Abenteurer erwanderten den Golan, eroberten Masada, waren am Davids-Wasserfall und in der Wüste Negev.
Die Beobachter lernten die politischen Konfliktpunkte des Landes kennen - die Journalisten Johannes Gerloff und Christoph Schult halfen dabei. Engagierte israelische und palistinänsische Christen beeindruckten uns mit ihrem unerschütterlichen Glauben und brachten uns ihre Projekte an den sozialen Brennpunkten des Landes näher.
Die Pilger besuchten die biblischen Orte am See Genezareth, Jerusalem und Bethlehem, vertieften sich ins Gebet und verinnerlichten die vielen geistigen Impulse dieser Reise.
Wir waren frei interpretiert nach Paulus allen alles: Tourist und Pilger, Abenteurer und Kulturreisender, Beobachter des politischen und sozialen Lebens in einem spannungsgeladenen, geschichtsträchtigen und modernen Land mit wunderschönen Landschaften.
Die Erkenntnisse dieser Reise sind vielfältig und für jeden Teilnehmer wohl auch verschieden:
Welche ungeheuere Sprengkraft hat die Botschaft von Jesus Christus – sein Wirkungsbereich war gerade mal so groß wie Hohenlohe und die Ausbreitung seines Evangeliums hat eine globale Dimension. Wir lernen Toleranz und merken wie vielfältig und unterschiedlich christlicher Glaube sein kann und darf.
Wir merken wie fortschrittlich und befreiend unser evangelischer Glaube sein kann. Wie gut es ist, zu wissen, dass wir nicht auf die Reliquien der heiligen Orte angewiesen sind, sondern an jeder Stelle dieser Welt Verbindung mit Gott aufnehmen können.
Andere Fragen bleiben offen oder werden neu gestellt:
Gibt es eine politische Lösung für diese Region? Welche Rolle spielen die Christen in diesem Staat? Kann es überhaupt einen Dialog der Weltreligionen geben, wenn sich Menschen gleichen Glaubens schon untereinander nicht verständigen können? 
Was können wir für Israel tun?
„Betet für uns!“, war die immer wiederkehrende Bitte der verschiedenen messianischen Juden, die wir auf unserer Reise kennen gelernt haben.Von Andy Ball im Bibel-Laden der Großstadt Tel Aviv, von Genadi bei seiner Arbeit mit Obdachlosen in Jaffa und Tel Aviv, von den Leitern des christlichen Zentrums Bei A Liqa bei Bethlehem, des Alten- und Pflegeheims Beit Eliezer in Haifa, des Jugendzentrums JAMM in Jerusalem. 
„Betet für uns!“ Der Glaube an die Macht des Gebets - vielleicht kann man vor allem dies von den Menschen im heiligen Land lernen.
Was kann man auch anderes tun, wenn politische Lösungen nicht in Sicht, wenn finanzielle Planungen fast unmöglich sind und wenn gegenseitiges Vertrauen ein Fremdwort bleibt. 

„Betet für Israel!“