Ein paar Worte zum Logo für unsere Kirchengemeinde von Bernd Wolf

Die beiden Kirchengemeinderäte Enslingen und Untermünkheim haben sich bereits 2005, in einem Arbeitswochenende auf die Suche nach einem gemeinsamen Leitbild für unsere Kirchengemeinden gemacht. Entstanden sind damals einige Leitsätze und dazu, sozusagen als Überschrift  der Satz: "Gemeinsam Gottes Liebe sichtbar machen".
Ich war damals verblüfft, wie klar und direkt dieser Satz daher kommt. Es ist nicht festgelegt, ob es ein Appell, ein Auftrag eine Bitte oder nur ein Handlungsangebot ist,  vermutlich alles zugleich. Es kommt auf uns an, wie uns dieser Satz in jedem Moment anspricht, "gemeinsam Gottes Liebe sichtbar machen". Das hat mich begeistert. Da spricht uns eine scheinbar gewaltige Aufgabe, vermutlich unsere Lebensaufgabe überhaupt, so leicht, so kurz und ganz einfach an.
Dieses Leitmotiv, "gemeinsam Gottes Liebe sichtbar machen", ist auch die Grundlage für das gemeinsame Logo unsere beiden Kirchengemeinden geworden. Bisher gab es für Untermünkheim und Enslingen jeweils eine eigene Logovariante.
Wegen der Fusion unsere Kirchengemeinden, gehen die beiden bisherigen Logovarianten für Enslingen und Untermünkheim nun in eine neue, gemeinsame, leicht geänderte Logoversion über.
Sie sehen das Bestehende wird auch hier bei unserem Logo nicht verworfen, sondern vielmehr schlüssig weitergeführt, man könnte auch sagen, vervollständigt.
Vielleicht haben Sie sich unser Kirchengemeindelogo schon einmal etwas genauer angeschaut. Vermutlich haben Sie sich beim Betrachten Gedanken gemacht und Deutungen gefunden. Möglicherweise sind ihnen sogar kleine Geschichten in den Sinn gekommen. So wie man beim Betrachten von Gemälden oder Fotos oft unwillkürlich von seinen Gedanken weggetragen wird.
Unser Logo soll Lebensgeschichten andeuten und Sie anregen, unsere reale Alltagswelt mit vielen kleinen konkreten Geschichten anzureichern, die wünschenswert sind.
Wir wollten mit unserem bildhaften Gemeindelogo kein einfaches, reduziertes Symbol schaffen, in dem alle Beschreibungen enden, sondern umgekehrt, wir wollen mit dem Logo zeigen, wie sich unser Da-Sein in einer unglaublichen Fülle in die Wirklichkeit ergießt, wenn wir das zulassen. Wir wollen sichtbar machen, dass das Göttliche in der Welt IST und sich in uns verwirklichen will, dass es an uns liegt, diese Liebe Gottes, gemeinsam sichtbar zu machen.
Eigentlich wissen Sie nun schon alles zum Logo, was wichtig ist. Wenn Sie trotzdem weiterlesen wollen, erfahren Sie in der folgenden Aufzählung noch ein paar Geschichten und Zusammenhänge, die mir beim Zeichnen in den Sinn gekommen sind.

Wie ist das Logo aufgebaut?

 

Unten, sozusagen als Basis auf der  Sprachebene,  steht ganz unmittelbar verständlich der Satz: "Gemeinsam Gottes Liebe sichtbar machen“.
Der Satz endet ohne Punkt. Mit etwas Phantasie kann man aber mitten drin, das blaue Kreuz als Ausrufezeichen deuten. 
Unser Leitmotiv bildet die Basis und das Fundament für die Menschen in der Menge. Sie strecken ihre Arme aus, um sich gegenseitig zu halten. Die Menschen führen sich,  nehmen Kontakt auf, überbrücken den Abstand voneinander und willigen dennoch in diesen Abstand ein, den sie brauchen.  - und wieder mitten drin, das blaue Kreuz, es durchdringt  das ganze Bild und erweitert es sogar nach oben.
Die Darstellung der Gruppe selbst zeigt keine Merkmale der Symmetrie oder eines formalen Rasters. Die unterschiedlichen Gesten und Haltungen der Menschen zeigen die Vielfalt und den Reichtum menschlicher Beziehungen. Besonderheiten der Personen werden nicht als Störung verstanden, Im Gegenteil, Eigenarten und Individualität innerhalb der Gruppe vervollständigen sogar das Bild. Jeder ist aufgenommen, angenommen, an die Hand genommen, ist gesehen, anerkannt, gehört einfach dazu.
Fast in der Mitte sehen wir zwei jubelnde Kinder. Sie haben viel Raum um sich, in den Sie freudig hineinwachsen können. Die Verbindung zu den Eltern links davon, ist  wie ein breites Band gezeichnet.
Die Eltern als Paar, umarmen sich innig und wenden sich einander zu. Die Füße der Standbeine berühren sich.  Die äußeren Beine scheinen in Bewegung zu sein, fast wie bei einem Tanz. Schon möglich, dass sie sich hin und wieder auch mal auf die Füße treten und etwas stolpern. Gut wenn sie dann wieder Halt finden.
Daneben eine ältere Person. Sie legt ihre Hand auf den Arm der Person links, die sich ihr anmutig zuwendet.  
Ganz links tritt nun eine Person aus der Gruppe heraus. Sie ist auf Zehenspitzen stehend in Bewegung nach vorn, einladend mit offener Hand. Die Aufmerksamkeit ist nach außen gerichtet auf etwas, was wir nicht sehen. Der innere Arm ist dennoch, trotz des großen Abstandes, mit der Gruppe verbunden. Es scheint, als ob sich die Finger der beiden Hände, ohne festen Griff, nur leicht berühren und gerade deshalb umeinander wissen.
Der Mann rechts am Kreuz steht breit und sicher, sein starker Arm gibt den Menschen rechts davon festen Halt.  Dort begegnet uns eine kleinere Person, deren gezeichnete Anatomie uns ungewohnt erscheint. Eine Entsprechung für alles Fremde Ungewohnte, Hilflose, das uns so sehr braucht und ohne das wir selbst vermutlich auch nicht sein könnten.
Der Blick der Person ganz rechts ist nach außen gerichtet, ist es ein Zögern, oder vielleicht ein Warten auf etwas, das abseits steht?
Jetzt sind genug Geschichten erzählt  oder besser Spiegelungen oder Projektionen zu unserem Logo.
Vielleicht entdecken Sie ja auch ihre eigenen Geschichten im Logo, Viel Spaß dabei! 
                                                                                                                                                              Herzliche Grüße Bernd Wolf